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EGNOKA - Wudang Qi Gong - Hintergrund
Der chinesische Begriff "Qigong" setzt sich aus dem Wort "Qi", das allgemein mit "Lebensenergie" übersetzt wird, und dem Wort "Gong" zusammen, das "Arbeit" oder "Übung" bedeutet. Es handelt sich um eine Sammelbezeichnung für verschiedene Praktiken, durch welche die Lebensenergie gestärkt und für gesundheitsfördernde, meditative oder sogar kampftechnische Zwecke genutzt wird. Der Begriff "Qigong" sowie die meisten heute bekannten Übungsreihen, sind zwar noch nicht sehr alt, aber ihre Wurzeln reichen weit zurück. Die Ursprünge werden in Jahrtausende alten schamanischen Heiltänzen vermutet, bei denen die Bewegungsmuster verschiedener Tiere imitiert wurden. In China stand die Entwicklung von Methoden, mit dem Qi zu arbeiten, vor allem in Verbindung mit dem Daoismus, einer Philosophie, die sich um Harmonie zwischen Mensch und Kosmos bemüht. Unter daoistischem Einfluss auf den aus Indien kommenden Buddhismus entstand im Shaolin-Kloster der Chan-Buddhismus (japanisch: Zen), der wiederum einen eigenen Qigong-Stil hervorbrachte.
Die verbreitetsten Übungsformen des Qigong basieren auf langsamen, konzentriert ausgeführten Bewegungen, die fließend von einer Position in eine andere führen. Dabei werden überwiegend langsame, tiefe Atemtechniken angewendet. Deshalb wird Qigong auch als "Meditation in der Bewegung" bezeichnet. Die Übungen helfen, sich zu entspannen und Stress abzubauen. Sie fördern die Geschmeidigkeit des Körpers und lösen energetische Blockaden auf. Bei neueren Untersuchungen soll auch ein harmonisierender Effekt auf den Blut- und Lymphfluss festgestellt worden sein. In der chinesischen Medizin wird Qigong heute als unterstützende Maßnahme in Therapie und Rehabilitation eingesetzt.
In der Egnoka-Schule wird Wudang-Qigong nach dem Großmeister Dan Gongxiong unterrichtet. Das Wudang-Gebirge in der Provinz Hubei (Zentralchina) wurde aufgrund seiner abgeschiedenen Lage und seiner Ruhe ab dem 7. Jh. zum Zentrum des Daoismus. Dort wurde eine große Anzahl von Klöstern gebaut, von denen jetzt noch über vierzig erhalten sind. Die Qigong-Praktiken, die im Wudang-Gebirge entstanden, genießen heute eine weltweite Anerkennung.
Anmerkung zur Schreibweise chinesischer Termini:
Es gibt mehrere Umschriften für chinesische Begriffe. Seit den 1980er Jahren hat sich allgemein die von den Chinesen selbst entwickelte Hanyu Pinyin-Umschrift durchgesetzt. "Q" steht hier für einen Laut,der wie "dch" ausgesprochen wird (wie in "Mädchen"). "Sh" wird wie "sch" ausgesprochen und "ch" wie "tsch". "X" steht für den Laut "ch" (wie in "ich").
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Wudang Qi Gong aus der Sicht des Deutschen Vereins für Qi Gong Forschung und Wissenschaft e.V. (QFW)
Was ist (Wudang) Qi Gong?
Geschichtlicher Rahmen und geographische Lage
Wudang Qi Gong entstand im Wudanggebirge, einem Zentrum der daoistischen Lehre mit jahrtausendalter Geschichte. Das Wudang Qi Gong ist Ausdruck dieser daoistsichen Philosophie, deren Wurzel bis in die "Frühlings- und Herbstperiode" (722 - 481 v. Chr.) der chinesischen Zeiteinteilung zurückreicht. Der Kern dieser Lehre entfaltet sich besonders in der Literatur des auch im westlichen Kulturkreises bekannten "dao de jing" von Laotse, sowie den bei uns eher unbekannteren Werken des "zhou- yi- can-tong-qi" und des "huang-ting-jing". So vereint sich im Wudang Qi Gong eine lange Geschichte mit tiefer daoistischer Weisheit. Diese Weisheit wurde und wird auch heute noch in der einzigartigen Umgebung des Wudang Gebirges kultiviert. Klare, blaue Bergseen, die üppig grünbedeckten insgesamt 72 Berggipfel, die geheimnisvollen Höhlen, sowie die erfrischenden Bäche, Teiche und Wasserquellen machen die Qi Gong Übungen an diesem Ort zu einem ganz besonderen Erlebnis. Das Wudanggebirge selbst liegt in der chinesischen Provinz Hubei im Bezirk der Stadt Danjiangko und ist ein berühmter, heiliger Ort in China. Heilig deshalb, weil dort unzählige energiereiche Plätze vorzufinden sind, welche seit Jahrhunderten von Qi Gong Meistern und dessen Schülern genutzt werden, um sich in der Praxis optimal zu entwickeln. Die Geschichte Chinas kennt viele berühmte daoistische Meister und Mönche aus diesem Gebiet. Das Besondere an diesen Meistern und Mönchen war und ist unter anderem die Fähigkeit, kranken Menschen ganz entscheidend beim Gesundungsprozess zu unterstützen. Durch Energieabgabe, Heilkräuter und das Unterrichten von speziellen Qi Gong Übungen sollte die Genesung eingeleitet und fortgeführt werden. Unter den verschiedenen Übungen hoben sich besonders fünf hervor , welche eine starke Wirkkraft auf den Übenden hatten. Diese 5 Übungen sollen gleich im Zentrum der Betrachtung stehen.
Die 5 Übungen des Wundang Qi Gong
Bevor wir detaillierter auf diese 5 Wudang Übungen eingehen, wollen wir kurz eine generelle Beschreibung und Erklärung des Qi Gong geben. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?
Qi kann übersetzt werden mit (Lebens-) Energie. Gong bedeutet soviel wie Arbeit oder Übung, beide Worte zusammen ergeben „Energieübung“. Nach der traditionellen chinesischen Medizin befindet sich im Körper neben Organen, Blut, Muskeln, Knochen, Zellen usw. noch eine weitere feinstoffliche Komponente, nämlich die Energie. Ähnlich wie das Blut in den Arterien und Venen fließt, geht sie davon aus, dass das Qi in sogenannten Meridianen (Energie- Laufbahnen) durch den ganzen Körper fließt. So hat zum Beispiel jedes Organ eine eigene Energielaufbahn. Wenn das Qi frei und üppig auf diesen Bahnen strömen kann, fühlt sich der Mensch wohl und ist gesund. Zusätzlich zu den Meridianen bestehen im Körper verschiedene Energiezentren, die „Dan Tian“ genannt werden und häufig auch als „Ozean der Energie“ beschrieben werden. Hier soll das Qi in ausreichendem Maße angesammelt und gespeichert werden. Die zumeist im Stehen ausgeführten Qi Gong Übungen, welche langsame und harmonische Bewegungsabläufe mit Konzentration und Vorstellungskraft verbinden, haben somit zum einen das Ziel, den ungestörten Qi Fluss im Meridiansystem zu gewährleisten und zum anderen das Dan Tian mit Qi aufzufüllen. Wie das Sprichwort schon sagt, führen viele Wege nach Rom und diejenigen, die sich schon ein bisschen über Qi Gong informierten werden feststellen, dass es mehr als nur fünf, fast unendlich viele verschiedene Qi Gong Übungen und Richtungen gibt. Zurückzuführen sind die meisten dieser verschiedenen Stile jedoch auf 2 Hauptströmungen des Qi Gong: dem Shaolin Qi Gong und dem Wudang Qi Gong.
Gehen wir nun tiefer auf die Besonderheiten und Inhalte des Wudang Qi Gong ein.
Das Wudang Qi Gong legt den Hauptfokus seines Interesses auf den inneren und gesundheitlichen Aspekt der Energiearbeit. Ziel der inneren Energiearbeit ist es, wie der Name schon vermuten lässt, das Qi im Inneren des Körpers anzuhäufen und fließen zu lassen, so dass der Übende sich einer starken Gesundheit und eines langen Lebens erfreuen kann. Die Intention der Qi Gong Meister, welche diese Übungen vor langer Zeit entwickelten, war es, die Übungen ständig zu verfeinern und zu verbessern, damit Geist und Körper in einen harmonischen Einklang finden. Die Übungen wurden von Generation zu Generation immer nur an eingeweihte und ausgewählte Schüler weitergegeben, so dass Autenzität , Originalität und ständige Weiterentwicklung gewährleistet waren. Durch diesen Prozess der Wissensweitergabe blieben die 5 Übungen des Wudang Qi Gong bis heute erhalten. Die 5 Übungen des Wudang Qi Gong sind also das Resultat von Jahrhunderte langer Forschung.
Diese 5 Übungen sind so auf einander abgestimmt, dass alle Energiezentren und –bahnen auf sehr effiziente Weise funktionieren können. Nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bildet dieses das Fundament für Gesundheit und geistige Frische. Jede einzelne der 5 Übungen hat bestimmte Wirkungen.
Durch die Übungen lernt man:
neue Energie aufzunehmen und diese im Körper laufen zu lassen negative und verbrauchte Energie aus dem Körper auszuleiten in ein körperliches und geistiges Gleichgewicht zu finden verschiedene in der Natur vorkommende Energien aufzunehmen und zu unterscheiden die Atmung auf besondere Weise zu nutzen, um eine physische und seelische Entspannung zu erleben In China werden diese Übungen bei den verschiedensten Symptomen und Krankheiten eingesetzt (Herz- Kreislauf- Probleme, Verdauungserkrankungen, Schlaflosigkeit, Krebs, Depression, Rückenprobleme, Schmerzzustände und viele andere).
Ein Tag im Leben eines Wudang Meisters
Stellen wir uns vor, wir könnten einige Jahrhunderte zurück in die Zeit reisen und den berühmten Meister Zhang San Fen für einen Tag begleiten. Was würden wir beobachten und erleben können?
Wahrscheinlich würde uns zunächst auffallen, dass der Meister eine zerlumpte, fast bettlerartige Erscheinung hat. Wir würden nachvoll ziehen können, warum er auch den Spitznamen „Der Schlampige“ bekommen hat.
Des Weiteren würden wir vielleicht auf den zweiten Blick wahrnehmen, dass seine weißreinen und strahlenden Augen im auffallenden Gegensatz zu seiner dreckigen Kleidung stehen. Was würden wir sonst erfahren und sehen, wenn wir ihn begleiten würden?
...die Armee des Kaisers ist im Wudang Gebirge unterwegs und sucht nach Zhang San Fen. Hat er etwa gegen das Gesetz verstoßen oder anderen Menschen Schaden zugefügt? Natürlich nicht, denn das würde der friedfertigen Haltung eines Meisters widersprechen. Der Grund für die Suche nach Zhang San Fen war folgender: viele Menschen erfuhren durch die Hilfe des Meisters Heilung ihrer Krankheiten oder Lösungen ihrer Lebensprobleme. Dadurch wurde er so bekannt, dass ihm sein Ruf quasi bis zum höchsten chinesischen Oberhaupt, dem Kaiser, vorauseilte. Dieser wiederum will natürlich ebenso von dessen Fähigkeiten profitieren. Deshalb sendet er seine Truppen aus, um ihn zu finden. Zum Leidwesen des Kaisers jedoch ohne Erfolg, denn Zhang San Fen hat sich schon längst in eine weit abgelegene und nur schwer zu erreichende Höhle zurückgezogen, um Qi Gong Übungen auszuführen. Von Ruhm, Anerkennung und Macht hält er nichts. Lieber flüchtet er davor, weil er weiß, dass diese auch viele Probleme mit sich bringen. Er will frei bleiben und weiter die Natur und Qi Gong erforschen. Dass er seit einigen Tagen kaum etwas gegessen hat stört ihn scheinbar kaum. Er ist mit wenig Nahrung und Komfort zufrieden und braucht nicht viel zum Leben. Während er also bescheiden seinen Übungen nachgeht, hört er plötzlich ein Zischen und komische andere Geräusche. Neugierig versucht er, die Ursachen hierfür heraus zu finden. Er schaut sich ganz genau um und entdeckt dabei, dass gerade ein Kampf stattfindet zwischen einer Schlange und einem großen Vogel. Der Vogel versucht, die Schlange zu greifen und zu töten. Der Vogel ist stark und groß, die Schlange jedoch klein und schwach. Normalerweise ein leichtes Spiel für den Vogel, könnte man denken. Zhang San Fen beobachtete jedoch genau das Gegenteil, denn die Schlange war so wendig und flink, dass der Vogel sie nie zu packen bekam und enttäuscht den Rückzug antreten musste. Aufgrund dieser interessanten Beobachtung entwickelte Zhang San Fen eine spezielle Energieübung, welche die Bewegungen der Schlange nachahmte. Weich, flexibel und sanft sah diese Energieübung aus, welche heute auch als Tai Chi Chuan bekannt ist. Somit erfand er eine der bis heute noch populärsten Bewegungskünste, indem er einfach nur die Natur und deren Gesetze beobachtete und auf den Menschen übertrug.
Am Abend setzt sich Zhang San Fen auf einen vor den Raubtieren geschützten Felsvorsprung, um unter dem klaren und prachtvollen Sternenhimmel zu meditieren. Vielleicht sogar die ganze Nacht, denn viel Schlaf braucht er schon lange nicht mehr. Gutes Qi Gong Üben ist wie guter Schlaf. Ob es in der Nacht kalt ist oder nicht, interessiert ihn ebenfalls wenig.
Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Vereins für Qi Gong Forschung und Wissenschaft e.V. (QFW) http://www.wudangqigong.de/

Wudang Qi Gong, nach Großmeister Dan Gongxiong in der Egnoka - Akademie
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